Dez 03

Weihnachten, die Hölle auf ErdenWir schreiben das Jahr 2006, genauer gesagt Tag 1 nach Sinn und Verstand. Es ist der erste Advent und dieser Schwachsinn macht dank meiner Freundin auch vor mir keinen Halt. Unsere neue Wohnung, gerade mal ein halbes Jahr von uns in Beschlag genommen hat sich verändert. Aus einer eigentlich schönen Wohnung in welcher man sich wohlfühlen konnte wurde die Hölle! Die Weihnachtshölle! Überall lungern fremde Leute mit Flügeln aus Holz herum. Meine bessere Hälfte nennt diese Engel, ich nenne sie Teufel, Vorboten des Grauens! Zu meinem erstaunen konnte ich feststellen das der Blick auf den Fernseher nicht versperrt ist. Lediglich die nähere Umgebung des Rundfunkempfängers wird von bandenartigen Gruppierungen rot gekleideter psychodelisch dreinschauender kleiner Typen besetzt.

Damit könnte ich ja fast leben würden die mich nicht den ganzen Abend mit ihrer hypnotisierenden Art anschauen. Ich habe immer im Hinterkopf:”Junge, das hältst du durch, es sind ja nur 31 Tage!”. Hoffentlich habe ich mit dieser Vermutung recht. Ich bin es nach nicht ganz 24 Stunden in dieser mir völlig fremden Welt leid, mir die Wege zu meinen favorisierten Schubladen mit dem Knabberzeug freikämpfen zu müssen. An den Griffen der besagten Schubladen hängen mir sehr suspekte Gestalten die einem durch ihre überfreundlich grinsende Art schon fast ein schlechtes Gewissen einprügeln. Ich will doch nur an die Süßigkeiten!

Auch diese offenen Feuerstellen welche sich in fast jedem Raum dieses Eingangs zur Hölle befinden bereiten mir Kopfzerbrechen. Im Sommer, wenn der Grill auf der Terrasse steht muss man als Mann beinahe einen schriftlichen Antrag auf die Verwendung von Brennspiritus zum befeuern des Grills stellen. Frauen wiederum haben in der Weihnachtszeit anscheinend das Recht den Sauerstoff und die Luftfeuchtigkeit mit Hilfe eines Flammenmeers schlagartig zu minimieren.

Diese Welt ist ungerecht! Ich will wieder Sommer!

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